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Dauerwelle

Die Geschichte der Dauerwelle

In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts arbeiteten viele deutsche Friseure in London. Deutsche Damenfriseure hatten damals wie heute im Ausland einen guten Ruf . Mehrere von ihnen beschäftigte ein fachliches Problem, an dem sie im stillen herumexperimentierten: Dauerhaft lockige Haare!

lockige-haare

schöne Locken durch eine Dauerwelle

Es war das Problem der dauerhaften Umformung des Haares am lebenden Kopf. Alle beherrschten die Technik des Ondulierens (wobei die Wellen nicht feuchtigkeitsbeständig waren und daher nur kurze Zeit hielten) und sie kannten die Technik der Croquignols (sprich: Krokinjolls), das heißt der Kräuselung von abgeschnittenem Haar, das auf Holzwickel gewickelt und in Papier verpackt mehrere Stunden gekocht wurde, wodurch es eine dauerhafte annahm.

Dieses Verfahren ist in Frankreich schon vor rund 200 Jahren in einer Art “Handbuch der technischen Arbeitsverfahren” beschrieben worden, wobei auch die dazu gebräuchlichen Hilfsmittel abgebildet wurden.

Wieso fragten sich die jungen Friseure in London -könnte man dieses Verfahren (ohne Brandverletzungen und ohne die stundenlange Prozedur) auf den Kopf der Kundin übertragen? Der erste, dem dies gelang, war der aus dem Schwarzwald stammende Friseur Karl Ludwig Nessler. Er führte wie man in dem alten Band der englischen Fachzeitschrift ” The Hairdressers Weekly Journal” vom 13. 10. 1906 nachlesen kann am 8. Oktober 1906 in seinem Geschäftslokal in London erstmals eine Dauerwellbehandlung vor geladenen Gästen vor. (Viele davon waren gar nicht begeistert, denn sie fürchteten, daß eine dauerhafte Wellung die von der Ondulation lebenden Damenfriseure arbeitslos machen würde.)

Nessler hatte dem bekannten Verfahren der Croquignols zwei wichtige Neuerungen hinzugefügt: einmal verkürzte er den Prozeß dadurch, daß er zum Kochen nicht einfach Wasser oder eine Sodalösung verwendete (wie das bis dahin bei den Croquignols gehandhabt wurde), sondern eine spezielle Dauerweilflüssigkeit, deren Zusammensetzung er jedoch streng geheim hielt; zweitens wickelte er das Haar spiralförmig vom Kopf weg, wobei jede Haarpartie mit Bindfaden an eines der Enden seiner Wickler gebunden wurde und durch eine einfache runde Schutzscheibe von der Kopfhaut isoliert wurde, mit der die Hitze von der Kopfhaut ferngehalten werden sollte (was durchaus nicht immer gelang; Verbrühungen der Kopfhaut waren nicht selten).

Dieser Karl Ludwig Nessler, geb. am 2. 5. 1872 in Todtnau imSchwarzwald und gestorben am 22. 1. 1951 in Harrington Park in Amerika, ist der Erfinder der Dauerwelle. Ihm gelang es 1906 als erstem, das glatte Haar am lebenden Kopf auf Dauer in einen welligen Zustand zu versetzen.

Karl Ludwig Nessler

Karl Ludwig Nessler

Anfangs war das ein sehr mühseliges Verfahren; man konnte immer nur zwei Dauerwellwickel zugleich heizen und mußte die in der Anfangszeit verwendeten Heizzangen während der ganzen Kochzeit mit der Hand halten. Das wurde auch nicht besser, als Nessler zwei Jahre später auf elektrische Heizung umstellte, auch dann noch mußten die je mehr als ein Pfund wiegenden Heizkörper während des Heizens mit den Händen gehalten werden. Später wurden die (auch etwas leichter werdenden) Heizer von einem “Dauerwell Apparat” an Schnüren gehalten, so daß eine größere Anzahl zugleich geheizt werden konnte, wodurch die Gesamtzeit der Dauerwellbehandlung bedeutend verkürzt wurde.

Eine weitere Verbesserung des Verfahrens kam im Jahre 1924 von Joseph Mayer, einem in Karlsbad (Tschechoslowakei) ansässigen Friseur, der die sogenannte Flachwicklung einführte. Die bisher vom Kopf wegstrebenden Wickler und Heizer konnten nun flach am Kopf liegend angeordnet werden, was heute beinahe selbstverständlich ist, aber damals wegen der Hitzebelästigung ein Problem war. Die folgenden Jahre brachten zahlreiche Verbesserungenim Hinblick auf die Schonung des Haares und der Kopfhaut und auf die Natürlichkeit der Wellung. Stets jedoch mußte das Haar (bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges) einer dem Kochen nahekommenden Erhitzung unterzogen werden.

Die Kaltwelle – bis heute in den Friseursalons

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahre 1948, kam auch inDeutschland ein Verfahren zum Zuge, das schon einige Jahre zuvor in Amerika zum Patent angemeldet worden war. Es war das erste Kaltwellverfahren- so genannt, weil man dabei keine Hitze zusätzlich zuzuführen braucht; es genügt die Körperwärme, alles übrige wird in Verbindung mit dem Aufwickeln von der Dauerwellflüssigkeit bewirkt. Das Verfahren der Kaltdauerwelle ist im Prinzip bis heute unverändert geblieben. In mancherlei Feinheiten konnten jedoch bedeutende Erfolge erzielt werden, und auch jetzt noch wird von den Herstellern daran gearbeitet, die Dauerwelle noch natürlicher, vom Friseur noch besser beeinflußbar (steuerbar), noch haarschonenderund noch bequemer für die Kundin werden zu lassen.

Woher kommen gelockte und gewellte Haare?

Eine eigenartige und noch bis heute nicht ganz geklärte, “Laune” der Natur ist dafür verantwortlich, daß manche Menschen gewelltes und gelocktes oder gar krauses Haar haben, bei anderen Menschen wächst das Haar dagegen ganz ohne Locke, ohne Wellung oder ohne Krause, völlig glatt.

Man hat versucht, dies dadurch zu erklären, daß man annahm, die Haarfollikel von Menschen mit gewelltem oder gekraustem Haar seien gekrümmt, während die Follikel bei Menschen mit glattem Haar gestreckt (gerade) gebaut seien. Tatsächlich sind die Haarfollikel bei Menschen schwarzer Rasse gekrümmt. Da jedoch auch gewellte Haare aus völlig geraden Follikeln wachsen können, ist diese Theorie sehr unbefriedigend und wahrscheinlich so nicht zutreffend.

In jedem Fall aber “verlockt” das gewellte oder gelockte Haar gerade Menschen mit glattem Haar auch sie hätten gern Wellen und Locken. Sie sind für viele Menschen von besonderem Reiz, und wo die Natur dies nicht gewährt, versucht man, die menschliche Erfindungsgabe einzusetzen, um das Fehlende zu erreichen.

Der alte Wunsch nach Haar-Locken, Krause und Wellen

Venus von Willendorf

Venus von Willendorf

Venus von Willendorf – die erste Dauerwelle – Der Wunsch nach einer Wellung des Haares ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst. Überraschenderweise zeigt eines der frühesten Dokumente, das eine menschliche Figur darstellt, bereits eine sehr ausgeprägte Lockenfrisur, die ohne Zweifel nicht ganz “natürlich” ist, sondern ihr Entstehen der Kunstfertigkeit des Menschen selbst verdankt. Die sogenannte ” Venus von Willendorf’, benannt nach dem Fundort in Österreich, ist eine kleine Statue, rd. 11 cm hoch -eventuell das Abbild einer Göttin aus der Zeit von vor rd. 30 000 Jahren. Sie ist nach dem damaligen Schönheitsideal gebildet – eine sehr korpulente, füllige Frau (vielleicht war dies, wie auch in späteren Zeiten in manchen Kulturen ein Zeichen von Wohlstand; man vermutet auch, daß es sich um eine Göttin der Fruchtbarkeit gehandelt habe ). Ihre Frisur besteht aus vielen Reihen von parallel untereinander frisierten Locken, bis in den Nacken, wie man sie sich nur durch Menschenhand hergestellt denken kann – die Natur kann solche Frisuren nicht schaffen.

Ähnliche Frisuren findet man noch Jahrzehntausende später, etwa in Ägypten und bei afrikanischen Völkern bis in die Neuzeit – ein Zeichen dafür, daß so etwas ein die Zeiten überdauerndes Frisurenideal darstellt. Wir wissen nicht, ob die Trägerin von Natur aus Locken oder krauses Haar hatte, oder ob
das glatte Haar in irgendeiner Weise “gelockt” worden ist. Sicher ist nur, die kunstvolle Frisur zeugt davon, daß die Menschen schon vor 30 000 Jahren Wert auf eine geordnete Frisur legten, wobei die Locken als schmückendes Element verwendet und daher vermutlich auch als “schön” anerkannt worden sind.

Locken oder glatte Haare – bis heute ein großer Wunsch!

Wie aber gelingt es, glattes Haar zu Locken, Wellen oder gar einer Krause umzugestalten? (Das Problem kann sich auch umgekehrt stellen: Wie gelingt es, gekraustes Haar glatt zu bekommen?) Hier muß man bedenken, daß das Haar infolge seines biologischen Aufbaus von Natur aus elastisch ist, es kehrt nach Verformungen wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück, d. h. glattes Haar wird, auch wenn man es (in trockenem Zustand) in eine Welle oder Locke legt, wieder glatt. Erst die QueUung des Haares mit Wasser ermöglicht eine- bedingt dauerhafte -Umformung. Das Haargefüge wird durch die Quellung gelockert, so daß es verformbar wird. Trocknet man das Haar in einer neuen Form, etwa einer Wellung oder einer Lockung (handgelegte Wasserwelle, Papilloten, Volumenwickler), so behält es vorübergehend die neue Form, bis diese durch Feuchtigkeit wieder zerstört wird. Umgekehrt ist dies ebenso – es mag gelingen, krauses Haar im nassen Zustand glatt zu ziehen. Bereits kurze Zeit nach dem Trocknen ist aber die ursprüngliche Krause wieder vorhanden.

Unsere Themen:

  • Chemische Grundlagen der Dauerwelle
  • Die Brückenbindungen im Haar
  • Reduktion und Fixierung
  • Die Dauerwellen Arten
  • Einflussfaktoren der Dauerwelle
  • Dauerwellen FAQ
  • Comments

    1. Konstanze Robak says:

      Hallo, liebes Friseurteam,

      ich habe eine Frage. Zur Zeit stille ich mein drei Monate altes Kind und möchte mit eine Dauerwelle machen lassen. Welches Mittel ist während der Stillzeit unbedenklich anzuwenden:

      Vielen Dank

      Konstanze Robak

    2. Gabriele says:

      HILFE!

      Suche einen Deutschen Friseur in London oder Kent am besten einer der Wella Produkte nutzt! Ich habe schlechte Erfahrungen gemacht trotzdem ich bei Tony und Guy war, der auch nicht gerade der günstigste ist, war ich leider nicht zufrieden. Ich suche einfach einen erfahrenen guten Deutschen Friseur in England, auf den ich mich verlassen kann und vor allem, jemand der eine komplette Deutsche Ausbildung genossen hat. Könnt Ihr mir helfen?

      Freue mich auf eine Antwort, damit ich nicht extra nach good old Germany fliegen muß.

      Liebe aus Kent
      Gabriele

    3. Hallo! Ich habe mich schon vor vier Wochen gefragt, ob ich mir eine Dauerwelle machen lassen soll. Vor drei Wochen habe ich mich getraut und bin zum Friseur gegangen, um mir eine machen zu lassen. Jetzt habe ich aber Probleme mit meinen Haaren, speziell wenn ich sie mir gewaschen habe. Ich komme dann mit keinem Kamm oder Bürste durch mein dickes Haar. Ich sehe dann aus wie ein Pudel. Ich habe letzendes einen Pflegeschaum reingemacht, aber das Ergebnis war-meine Haare verklebten. Könnt ihr mir ein Produkt empfehlen, welches mir jetzt helfen könnte? Vielen Dank im Voraus!

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    6. Hallo
      meine Friseuse hat angeblich eine neue DW, bei der die erste Flüssigkeit nicht runter gewaschen wird und nach 6 Monuten die Fixierung drauf kommt.
      kennt jemand sowas ?

      Flower

    7. Theresa says:

      Kann man eine Welle nur im unteren haar machen. Das die dauerhaft bzw. Paar Wochen hält? Also so gesehen eine dauerwelle im unterem haarteil?
      Hab soo dünnes und glattes haar möchte mehr volumen

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