Die Blondierung
Marylin Monroe – das Sinnbild einer Wasserstoffblonden Sexbombe! Wasserstoffblond – dieser Begriff ist auch heute noch gebräuchlich. Wasserstoffblond, dass bedeutet Blondiert – aufgehellt nach allen Möglichkeiten. Jeder weiß, wie schädlich eine Blondierung oder neudeutsch “Bleaching” ist, aber dennoch tun es Millionen von Frauen täglich! Der Wunsch nach babyblonden, engelsblonden Haaren – die Blondierung macht es möglich!
Das Blondieren wird heute zu vielen unterschiedlichen Zwecken eingesetzt:

Blondor Blondierung von Wella
Blondiermittel sollen die natürlichen Pigmente des Haares, also das Melanin, um mehrere Nuancen aufhellen, im extremen Fall bis zu einem hellgoldblonden bis fast weißblonden Farbton. Da die gelbblonden Farbtöne heute mehr oder weniger out sind und nicht ansprechend und wenig natürlich erscheinen, ist eine Blondierung als einziger Arbeitsgang eine nur sehr selten ausgeführte Farbbehandlung. Durch eine Blondierung soll das natürliche Pigment des Haares aufgehellt und so das Haar für eine nachfolgende Einfärbung in Farbtönen vorbereitet werden, die sehr viel heller als die natürliche Haarfarbe sind und durch eine Hellerfärbung nicht erreicht werden könnten. Dabei ist die Blondierung auch die einzige Möglichkeit, bereits gefärbte Haare wieder auf zu hellen – das kann weder eine Haarfarbe, noch eine Hellerfärbung.
Das Aufhellen von natürlichen Pigmenten im Haar oder von künstlichen Farbstoffen erfolgt bei der Blondierung durch eine Oxidation. Meist wird als Oxidationsmittel das Wasserstoffperoxid in Konzentrationen von 6—9 % verwendet, seltener darüber. Während des Blondiervorgangs wird das Melanin in seiner chemischen Struktur teilweise angegriffen, bei extremer Aufhellung werden die Pigmente vollständig abgebaut.
Unterschiedliche Formen der Blondierung
Nach ihrer Beschaffenheit unterscheidet zwischen drei Arten von Blondiermitteln:
- Blondierpulver: Es handelt sich um pulverförmige Präparate, die mit dem Oxidationsmittel zu einem sämigen Brei verrührt werden.
- Blondiercremes: Bei den Blondiercremes handelt es sich um emulsionsförmige Produkte des Emulsionstyps O/W (Öl-in-Wasser).
- Gelförmige Blondierpräparate: Diese Blondierpräparate kommen entweder pulverförmig in den Handel und bilden nach dem Vermischen mit dem Oxidationsmittel ein Gel, oder sie sind bereits als Gel zubereitet.
Inhaltsstoffe einer Blondierung
Oxidationsmittel
Das am meisten verwendete Oxidationsmittel für Blondierungen ist das Wasserstoffperoxid. Es wird dem Blondierpräparat erst unmittelbar vor der Anwendung zugesetzt. Sehr viele hochgradig aufhellende Blondiermittel enthalten als sogenannte „Blondierverstärker” zusätzliche Oxidationsmittel, meist Peroxodisulfate; bei manchen Blondiermitteln können diese Blondierverstärker nachträglich hinzugefügt werden. Die Blondierverstärker für sich allein hellen nur sehr wenig auf, nur im Zusammenwirken mit Wasserstoffperoxid verstärken sie dessen aufhellende Wirkung erheblich.
Trägermasse und Verdickungsmittel

Platifiz Blondierung von L'Oréal
Die Trägermasse, das Verdickungsmittel, erleichtert das Auftragen des Blondierpräparates, es wird verhindert, daß das Blondiermittel auf Bereiche des Haares übergreift, die nicht mit erfaßt werden sollen. Auch ein Herablaufen des Mittels in Gesicht und Nacken des Kunden wird verhindert. Letztlich hat die Trägermasse auch eine Markierungsfunktion; man erkennt sehr gut, welche Haarpartien bereits behandelt wurden. In Blondierpulvern bestehen die Verdikkungsmittel aus anorganischen Puderstoffen, wie Magnesiumcarbonat, Magnesiumsilikat, kolloidaler (feinstverteilter) Kieselsäure. Die meisten Blondierpulver enthalten heute zusätzlich gelbildende Stoffe, wie z. B. kolloidale Aluminiumsilikate, damit der fertige Blondierbrei nicht zu einer starren ,,Gipsmasse” eintrocknet und sämig und gut verteilbar bleibt. In Blondiercremes erfüllt eine O/W-Emulsion die Aufgabe der Trägermasse. In gelförmigen Blondiermitteln sind synthetische Schleimstoffe enthalten.
Netzmittel
Die Netzmittel sollen eine gleichmäßige Benetzung des Haares mit Blondiermitteln fördern. Man verwendet hierfür besondere grenzflächenaktive Substanzen.
Alkalisierungsmittel
Sie sollen dem Blondierpräparat die notwendige basische Reaktion (pH-Werte ungefähr 9—10) verleihen. Alkalisierungsmittel erfüllen eine doppelte Aufgabe:
Im basischen Bereich quillt das Haar stark auf. So wird das Eindringen des Blondiermittels erleichtert. Das als Oxidationsmittel verwendete Wasserstoffperoxid oxidiert ausreichend nur im basischen Bereich. Das Alkalisierungsmittel neutralisiert die dem Wasserstoffperoxid zugesetzte Stabilisierungssäure, verschiebt den pH-Wert ins Basische und ermöglicht so die Oxidation. Man verwendet meist Ammoniakwasser und in den Blondierpulvern verschiedene basisch reagierende Salze – das bekannteste ist hier wohl das Hirschhornsalz.
Farbstoffzusätze
Manche Blondierpräparate enthalten Zusätze eines blauvioletten Farbstoffes. Dadurch sollen die bei der Blondierung auftretenden orange- bis gelben Farbstiche überdeckt werden. Allerdings ist eine tatsächliche Wirkung höchst zweifelhaft. Auch sogenannte „optische Aufheller”, die Licht kurzer Wellenlänge (ultraviolettes Licht) in sichtbares Licht (Blauviolett) umwandeln und dadurch einen Gelbton optisch überlagern können, wurden Blondiermitteln schon zugesetzt.
Was kann eine Blondierung?
- Aufhellen von Naturfarben um bis zu 7 Tonstufen
- Aufhellen von farblich behandeltem Haar um bis zu 7 Tonstufen